Als würden sich hier nicht genug Zeitungen stapeln, die zu lesen ich bisher noch nicht die Zeit hatte, lasse ich mich heute auch noch von perlentaucher.de verführen, loszufahren und eine FAZ zu kaufen. Nach diesem Beitrag dachte ich, da wäre ein Artikel über Daniel Radcliffe und Equus drin. War ja auch so- bloss war es eher ein Artikelchen, ernstzunehmen weder in der Länge noch im Inhalt noch im Stil. Bei Sätzen wie „Der als Einzelkind in London Aufgewachsene, der sich als schlechter Schüler bezeichnet [...]“ (ok, das ist nur ein Satzteil, aber der wichtige) kommt mir die Galle hoch. Das ist klassisch das Hineinpressen irrelevanter Informationen in- ja, nichtmal in den Nebensatz, sie presst es in den Hauptsatz! Oder glaubt sie wirklich, er halte sich für einen schlechten Schüler, weil er ein Einzelkind war? Jedenfalls hätte die Dame besser mal Wolf Schneider gelesen (das ist übrigens keine Schleichwerbung für mich selbst, leider; Nur ein weiterer Namensvetter). Welches Buch dürfte egal sein, ich denke, dass man nur zusammengehörige Infos zwischen zwei Punkte packt steht in jedem davon. Und vielleicht steht da dann auch gleich irgendwo, dass „bezeichnen als“ mit dem Akkusativ steht. Heisst das reflexiv? Ist mir ehrlichgesagt egal, wie es heisst- aber spätestens, wenn man Geld für seine Texte bekommt, sollte man doch bitte wissen, was man tut. Bin ich zu streng? Wahrscheinlich. Aber ich hatte eben mehr von dem Artikel erwartet… Wo ich sogar meinen Parkplatz direkt vor dem Haus verloren habe, um ihn zu bekommen. Na, immerhin sind auch die Schokoladenvorräte wieder aufgestockt. Das tröstet ja über vieles hinweg.
Ach so, und noch etwas: Die FAZ ist ein sehr schöner Anblick. Eine Titelseite ohne bunte Bildchen, das wirkt so klassisch, schlicht und kompetent. Waren das noch Zeiten, als man das von der SZ auch behaupten konnte…